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Dominic Stricker trennt sich vom Trainer

Dominic Stricker ist gerade ein Suchender. Er will das Niveau wiederfinden, das ihn 2023 nach einem Sieg über den damaligen Top-10-Spieler Stefanos Tsitsipas in den Achtelfinal des US Open und bis auf Platz 88 in der Weltrangliste führte. Der Berner aber sucht auch einen neuen Trainer, nachdem die Zusammenarbeit mit Henri Laaksonen unlängst nach weniger als einem halben Jahr endete.
Mit dem einstigen Mitglied des Schweizer Davis-Cup-Teams als Coach wollte Stricker wieder durchstarten. Doch es funktionierte nicht – der Grund dafür lag weder im zwischenmenschlichen noch im tennistechnischen Bereich. Doch weil Laaksonens Wohnsitz in Dubai ist, darf er nur 12 Wochen pro Jahr in der Schweiz arbeiten. “Meine Basis wollte ich nicht ins Ausland verschieben, dafür bin ich zu gerne zu Hause und auch bei meiner Freundin”, sagt Stricker. Er habe zuletzt einige Trainingswochen alleine gestalten müssen, “das war nicht optimal”, resümiert der 23-Jährige.

Keine Rücktrittsgedanken mehr
Zuletzt trainierte Stricker ein paar Tage im nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel. Noch ist unklar, wen er als neuen Coach engagiert, “ich muss mir erst klar werden, ob ich jemanden brauche, der primär hier in der Schweiz ist oder jemanden, der mich an jedes Turnier begleitet”. Am 11. Juli beginnt das Turnier in Gstaad; ob Stricker im Berner Oberland eine Wild Card fürs Haupttableau erhalten wird, ist offen, vorsorglich hat er sich für die Qualifikation eingeschrieben. Letztes Jahr erreichte er die 2. Runde und hat daher 25 Punkte zu verteidigen.
Auf viele Zähler ist Stricker mehr denn je angewiesen, ist er doch nur noch die Nummer 348 der Welt und muss teils gar bei Challenger-Turnieren in die Qualifikation. Die Saison ist bisher zwiespältig verlaufen; der Linkshänder gewann zwar zwei Turniere der drittklassigen Future-Tour, verlor zuletzt aber mehrmals früh. Nach diversen Verletzungen in den letzten Jahren passt nun zumindest die Physis, “in diesem Bereich fühle ich mich so gut wie lange nicht mehr», sagt Stricker, der anders als auch schon keine Gedanken mehr an einen möglichen frühen Rücktritt vom Spitzensport verschwendet.
Ab Mitte Juli hat er kaum mehr ATP-Punkte zu verteidigen, das Ziel ist der Vorstoss auf Platz 220, der zur Teilnahme am Qualifikationsturnier des Australian Open im Januar 2027 berechtigen würde. Schwierig werde das, sagt Dominic Stricker aber gleich selbst. Die Saison endet für ihn im Herbst, weil ein Tenüwechsel angesagt ist – Stricker wird in Magglingen in die Sportler-RS einrücken.
Philipp Rindlisbacher